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FOKUS

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Forensische Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle (FOKUS)

Das Programm „Forensische Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle“ (FOKUS) wurde 2015 etabliert und ist unterstützend für die Wiener Kinderschutzgruppen tätig. FOKUS dient der tatzeitnahen Abklärung und Dokumentation anhand von vorhandenen und objektivierbaren Spuren in einem standardisierten Verfahren.

Angeboten werden eine klinisch forensische Untersuchung mit Abklärung von Verletzungen, Spurensicherung bei Missbrauch und psychologisch forensische Diagnostik bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch bzw. Vernachlässigung. Somit kann eine Verbesserung der gerichtsmedizinischen Sachverständigenbeweise von Gewalt- und Missbrauchsopfern erfolgen. Der Straftatbestand und das Strafausmaß können damit erfolgreicher begründet werden.

Eine Zuweisung an FOKUS ist nur durch eine Kinderschutzgruppe möglich. Hierfür MUSS der FOKUS Erhebungsbogen ausgefüllt an FOKUS übermittelt werden.

Zu den zentralen Aufgaben zählen auch Ausbildung und Fortbildung für die Kinderschutzgruppen und die Kindernotfallambulanzen, das Erstellen und Adaptieren von standardisierten Dokumentationsvorlagen und fachspezifischen Checklisten, sowie Kooperationen mit externen sozialen Einrichtungen und der Exekutive.

Den Erhebungsbogen, welcher unabdinglich bei der Zuweisung an FOKUS ausgefüllt werden muss, ist unter folgendem Link zu finden:

FOKUS: Erhebungsbogen bei Verdacht auf Kindesmisshandlung

Bitte beachten Sie, den Zuweisungsweg an FOKUS. Eine Zuweisung an FOKUS kann nur über eine Kinderschutzgruppe erfolgen.

Laufende Projekte

  • SERENA (EU Horizon Europe 101151854): Ziel ist die Verbesserung des Zugangs zur Gesundheits- und Sozialfürsorge für gewaltbetroffene Kinder europaweit.
  • Projekt “Stresserleben von Kinder und Jugendlichen”: Auswirkungen akuter/chronischer Gewalterfahrungen mittels psychologischer Tests und Stresshormonanalysen.
  • COVID-19-Folgen: Studien zu Auswirkungen auf gewaltbetroffene Kinder und Jugendlichen.
  • PROTECT-Projekt: Virtual Reality Training zur Schulung & Erkennung von Kindesmisshandlung basierend auf anonymisierten FOKUS-Fällen.

Österreichische Gesellschaft für Kinderschutz-Medizin (ÖGKiM)

FOKUS war maßgeblich an der Gründung der ÖGKiM im Jahr 2019 beteiligt und wirkt seither aktiv an der Entwicklung österreichweiter Standards im Kinderschutz mit. Gemeinsam wurde der Erhebungsbogen bei Verdacht auf Kindesmisshandlung erstellt und seither mehrfach aktualisiert. Der Erhebungsbogen steht österreichweit allen Kinderschutzgruppen zur Verfügung.
Darüber hinaus leistete FOKUS einen wesentlichen Beitrag zum Online-Basiskurs „Kinderschutz-Medizin" der ÖGKiM und ist regelmäßig bei den Jahrestagungen mit Vorträgen und Workshops vertreten. 
FOKUS ist zudem fester Bestandteil unterschiedlicher Arbeitsgruppen der ÖGKiM. Aktuelle Arbeitsgruppen sind beispielsweise:

  • Kurzversion des Erhebungsbogens für Notfallambulanzen: Unter der federführenden Leitung von FOKUS wird gemeinsam mit der ÖGKiM eine standardisierte Kurzversion des Erhebungsbogens entwickelt, die eine schnelle und zuverlässige Erstabklärung in Kindernotfallambulanzen ermöglichen soll.
  • Institutionelle Kinderschutzkonzepte an Krankenanstalten: FOKUS wirkt aktiv an der Erarbeitung eines österreichweiten Leitfadens mit, der Kliniken bei der systematischen Entwicklung von Schutzkonzepten unterstützen soll.

Gesundheit Österreich GmbH (GÖG): Gewaltschutz und Gewaltprävention im Gesundheitswesen

FOKUS nimmt am zweimal jährlich tagenden Fachbeirat „Gewaltschutz und Gewaltprävention im Gesundheitswesen" der GÖG teil und ist federführend an der Weiterentwicklung der Opferschutz-Toolbox beteiligt. Gemeinsam mit der ÖGKiM wurde hierfür ein Spezialkapitel zum Thema „Gewalt an Kindern und Jugendlichen – Erkennen, Ansprechen und Dokumentieren" erarbeitet und aktualisieren dieses laufend.
FOKUS beteiligte sich zudem an der Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen für den Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen 2025–2029 sowie an der Arbeitsgruppe zur Entwicklung bundesweit einheitlicher Schulungsstandards für den Gewaltschutz in Gesundheitsberufen.

Gerichtsmedizin und Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene (UGB)

FOKUS arbeitet eng mit dem Institut für Gerichtsmedizin der Medizinischen Universität Wien sowie der Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene (UGB) zusammen. Bereits vor der Eröffnung der UGB im Jahr 2025 führte FOKUS Schulungen für Allgemeinmediziner:innen der UGB zum Umgang mit Kinderschutzfällen durch. Das Institut für Gerichtsmedizin und die UGB bieten ihrerseits regelmäßige Fortbildungen für Ärzt:innen und Pflegepersonal der Kinderklinik zur Qualitätssicherung in der Spurensicherung und Fotodokumentation an. Seit 2025 besteht zudem eine wissenschaftliche Kooperation im Rahmen der FOKUS-Studie „Stresserleben bei Kindern und Jugendlichen" mit der UGB.

Seit der Etablierung von FOKUS bis Ende Dezember 2025 erfolgten insgesamt 243 Fort- und Weiterbildungen, wobei 23 Veranstaltungen von Januar 2024 bis Dezember 2025 stattgefunden haben.

Vorträge können

  • AKH intern,
  • in Lehreinrichtungen,
  • bei regionalen & internationalen Kongressen &Tagungen und
  • an WiGeV Spitälern

stattfinden.

Allgemeine Vortragsthemen:
  • FOKUS Vorstellung: Ärztliche & Psychologische Untersuchung
    in der Forensischen Kinder- & Jugenduntersuchungstelle (FOKUS)
  • Kinderschutz im digitalen Zeitalter/ Sexuelle Ausbeutung im digitalen Zeitalter
  • Psychologischer und Emotionaler Missbrauch/ Vernachlässigung
  • RED FLAGS: Kinderschutz aus pädiatrischer Sicht: auffällige Läsionen - Fallbeispiele
  • Gewalt an Kindern -
    Fallbeispiel, klinische Relevanz und rechtliche Aspekte von Kinderschutzgruppen
  • Fallbeispiele aus einer interdisziplinären Zusammenarbeit an einer regionalen forensischen Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle
  • FGM aus pädiatrischer Perspektive: Folgen von FGM für Mädchen
  • Münchhausen-by-Proxy: neue Nomenklatur und Fallmanagement

  • Psychologische Diagnostik - Fallpräsentation: Hemmung in der Erzählung bei V.a. körperliche Gewalt

  • Psychologische Gesprächsführung in Kinderschutzfällen

 

Bezüglich Vortragsanfragen wenden Sie sich gerne an folgenden Kontakt: fokus.kin@akhwien.at

Worum handelt es sich bei der Forensischen Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle?

Die Forensische Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle (FOKUS) ist an der Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde eingerichtet. Ziel von FOKUS ist die tatzeitnahe Unterstützung betreffend medizinischer Dokumentation und Abklärung von Verletzungen anhand von vorhandenen und objektivierbaren Spuren in einem standardisierten Verfahren. Somit kann eine verbesserte Erfassung vorliegender Indizien von Gewalt oder Missbrauchstaten gewährleistet werden. Wesentlich bei Minderjährigen ist die Abklärung des Belastungserlebens, sowie die Erhebung des Entwicklungsstandes innerhalb eines vertrauensvollen Settings. Kinder und Jugendliche werden in der Phase einer akuten Traumatisierung in ihrem psychischen Befinden stabilisiert. Des Weiteren kommt es zur Sicherstellung eines angemessenen Schutzes.

An wen richtet sich FOKUS?

Zielgruppe von FOKUS sind Kinder und Jugendliche von 0-18 Jahren aus dem Raum Wien, bei denen der dringende Verdacht einer Vernachlässigung, körperlichen oder psychischen Misshandlung oder eines sexuellen Missbrauchs durch medizinisches Personal in Spitalseinrichtungen (Kindernotfallambulanzen, kinderchirurgische-, unfallchirurgische- bzw. kindergynäkologische Einrichtungen) gestellt wurde. Die Zuweisung an FOKUS kann nur durch eine Kinderschutzgruppe eines Wiener Spitals erfolgen.

Wer kann an FOKUS zuweisen?

Die Zuweisung an FOKUS kann nur durch eine Kinderschutzgruppe eines Wiener Spitals erfolgen.

FOKUS kann die wohnortnahe medizinische Einrichtung/das wohnortnahe Kinderspital nicht ersetzen. Daher ersuchen wir Sie, Kinder und Jugendliche bei denen ein dringender oder bestätigter Verdacht auf Vernachlässigung, körperliche oder psychische Misshandlung, sexuellem Missbrauch besteht, an einer wohnortnahen Spitalseinrichtung/Kindernotfallambulanz vorzustellen. Diese Stellen werden gebeten bei bestätigten bzw. unklaren Fällen mit FOKUS in Kontakt zu treten.

Welche Hilfestellungen bietet FOKUS an?

Als interdisziplinäre Einrichtung bietet FOKUS eine Unterstützung in der tatzeitnahen Abklärung und bei Untersuchungen an. Hierzu zählen Spurensicherung, klinische/psychologische Untersuchungen, Befundung, Maßnahmenvorschläge, etc. Bei Bedarf werden Fortbildungen/Schulungen angeboten.

Was passiert nach der Meldung an FOKUS?

Nach der Kontaktaufnahme mit FOKUS erfolgt eine Rückmeldung durch die Ansprechpersonen in der nächstmöglichen regulären Arbeitszeit. In besonders dringenden Fällen wird nach Verfügbarkeit eine vorzeitige Rückmeldung mit der zuweisenden Spitalseinrichtung/dem zuweisenden Kinderspital erfolgen.

Wie kann ich einen Kinderschutzfall standardisiert dokumentieren?
Zu welchen Uhrzeiten kann ich FOKUS erreichen

Das FOKUS Team ist Montags bis Freitags 9:00 bis 16:00 erreichbar. 

Wie ist der Unterschied zwischen FOKUS und den Kinderschutzgruppen?

Kinderschutzgruppen sind für Krankenanstalten seit 2004 gesetzlich verpflichtend einzurichten (Grundsatzbestimmung im Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz (§ 8e, BGBl. I Nr. 37/2018)) und diese übernehmen eine zentrale Aufgabe in den Abläufen bei V. Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch u. Vernachlässigung.

Die Forensiche Kinder- und Jugenduntersuchungsstelle (FOKUS) dient als Unterstützung der Kinderschutzgruppen im Raum Wien. FOKUS kann, muss aber nicht in Kinderschutzfällen bei offenen forensischen Fragestellungen aktiv oder konsiliarisch hinzugezogen werden.

Für welche Bundesländer kann FOKUIS tätig werden?

FOKUS kann & darf nur im Raum Wien tätig werden!

Was sind die erste Anlaufstellen bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung?

Bei Vedacht auf Kindemisshandlung/-missbrauch ist die Notfallambulanz der wohnortnahen Spitalseinrichtung aufzusuchen. Diese sind Fallführend und können bei Bedarf FOKUS hinzuziehen.

Muss FOKUS den Fall annehmen, wenn ich zuweise?

Sofern eine Zuweisung eines Kinderschutzfalles durch eine Kinderschutzgruppe an FOKUS mit konkreter Äußerung des forensischen Unterstützungsbedarfs erfolgt, findet FOKUS intern eine Besprechung über die Möglichkeiten der Hilfeleistung statt. Sofern eine konsiliarische oder aktive Unterstützung möglich ist, beginnt FOKUS mit der Befassung. Sollte FOKUS in dem konkreten Fall keine Hilfeleistung anbieten können, so steht FOKUS gerne beratend zum weiteren Vorgang zur Seite.

Leitung

  • Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Greber-Platzer, MBA

Kernteam

  • DDr.in Chryssa Grylli, MSc – Fachliche Leitung: Pädiatrie
  • Dr.in Eva Mora-Theuer – Pädiatrie
  • Dr.in Johanna Brandlechner – Padiätrie
  • Dr.in Katharina Weimann – Pädiatrie
  • Mag.a Sophie Klomfar – Fachliche Leitung: Klinische Psychologie
  • Laura Schaller, BSc, MSc – Klinische Psychologie
  • DGKP Christina Desbalmes, BSc, MSc – Forensic Nurse
  • Mag.Stefanie Purer – Klinische Sozialarbeit
  • Isabelle Schiestl, BA, BSc – Administration
  • Irene Handl, BSc – Administration

Gründungsmitglieder

  • Dr.in Maria Kletecka-Pulker (Institut für Ethik und Recht in der Medizin, Geschäftsführung)
  • Ass.Prof.in Mag.a Dr.in Sabine Völkl-Kernstock (Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie)

Univ.-Prof.in Dr.in Susanne Greber-Platzer, MBA

Leitung

Allgemeine Anfragen und Schulungsanfragen bitte an:
Tel.: +43 (0)1 40400-74680
E-Mail: fokus.kin@akhwien.at